Grundsätzliches
Wenn man von der Schöpfungstheorie einmal absieht, existiert zur Entwicklung von Lebensformen ein Gesetz. Die Evolution wie Darwin sie zu erst beschrieben hat. (Er war wohl nicht der Erste, der diese Gesetzmässigkeiten entdeckt hat.) Das Prinzip ist fortlaufende Anpassung an die spezifische Umwelt. Dieses Prinzip hat bis heute seine Gültigkeit. Als Menschen sind wir in der Lage, die Umwelt zu verändern und zu gestalten, worin wir auch verschiedenste Tiere einbezogen haben. Die Menschen haben sich so ihre „Nutztiere“ geschaffen. Sie haben Anforderungen an die Tiere gestellt und die Tiere von Generation zu Generation daran angepasst. Dieser Prozess, welcher durch bewusste Kombination von Merkmalen und Auslese (Selektion) durchgeführt wird, ist als Domestikation durch Züchten zu bezeichnen. Das grobe Ziel ist, erwünschte Merkmale zu verstärken und unerwünschte Merkmale zu reduzieren. Alle unsere Haustiere (Nutz- und Begleittiere) haben diesen Prozess durchgemacht. Zucht bedingt daher immer eine intensive Beschäftigung mit genetisch bedingten Merkmalen und deren Kombination. Möglich wird dies ganz grundsätzlich dadurch, dass die Vorfahren des Individuums bekannt sind. Was Rassekatzen betrifft, sind die Anforderungen in den jeweiligen Rassestandards festgelegt. Diese Standards beschreiben letztlich das gewünschte Zuchtziel des Phänotyps, also des Aussehens. Seltener aber auch Charakter. Sie differenzieren und bewerten durch Punktvergabe die jeweiligen Merkmale. Damit wird zum Beispiel gesteuert, ob bei einer Rasse eher Farbe, oder wie bei der Maine Coon der Typ im Vordergrund steht.Als Züchter fassen wir die Anforderungen jedoch viel weiter, indem wir uns nicht nur mit Merkmalen beschäftigen, welche nicht unmittelbar im Äußeren in Erscheinung treten. Zucht beschäftigt sich daher immer mit der Gesamtheit des genetischen Potenzials, also den Genotyp (wichtig z.B. gegen die Erbkrankheiten).


